Keine Beratungslücke durch Honorarberatung

Über ein Provisionsverbot in der Finanzanlageberatung wird hierzulande nicht erst seit gestern diskutiert. Regelmäßig prallen dabei die unterschiedlichen Sichtweisen der Lobbyisten der vertriebsorientierten Provisionsberatung einerseits und der Verbraucherschützer andererseits aufeinander. Während jene eine „Beratungslücke” ausmachen, weil Kunden die Beratung nicht mehr bezahlen könnten, sehen diese eine „Vertrauenslücke” aufgrund persönlicher Erfahrungen, die Verbraucher über viele Jahre mit vertriebsorientierter Provisionsberatung gemacht haben. Für beide Sichtweisen ziehen die Kontrahenten das Beispiel Großbritannien heran. Dort wurden 2013 Provisionen in der Anlageberatung verboten. Aus den bislang vorliegenden Erfahrungsberichten aus UK lesen die Protagonisten beider Seiten heraus, was ihre Argumentation stützt. Das habe ich mir einmal genauer angesehen.

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Arbeiten Sie für Ihr Geld − oder Ihr Geld für Sie?

Es ist etwas faul im Staate Deutschland – frei nach William Shakespeare. Und zwar ist etwas faul bei der Vermögensanlage. Sehr faul sogar. Während in Teilen Europas, aber auch weltweit das Geld für die Anleger arbeitet, ist es in Deutschland umgekehrt. Die Deutschen arbeiten für’s Geld. Die in Deutschland erzielten Renditen per annum sind im Vergleich zu dem, was in Europa und global möglich ist, schlicht ein Witz. Volker Wolff ist in der F.A.Z. vom 25. November 2017 der Frage nachgegangen, was bei der Vermögensanlage deutscher Privatanleger schief läuft. Antworten findet er bei der Betrachtung des Vermögensmanagements der Reichen dieser Welt (vgl. Capgemini, World Wealth Report 2017). Um es auf den Punkt zu bringen: Die Deutschen diversifizieren ihre Vermögen viel zu wenig und noch dazu falsch. Ihre Vermögensanlage ist viel zu einseitig.

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Niedrigzinsen sollten Anleger zum Umdenken bewegen

In der letzten Zeit habe ich mich wiederholt damit beschäftigt, wie die Deutschen ihr Geld anlegen. Anstatt in Aktien zu investieren, halten sie lieber Bargeld und niedrigverzinste Einlagen. Auch 2017 gehörten die Deutschen laut Handelsblatt vom 2. Januar 2018 wieder zu den Sparweltmeistern. Trotz niedriger Zinsen habe sich die Sparquote 2017 im vierten Jahr in Folge erhöht – auf 9,8 Prozent, berichtet das Blatt. Das Problem dabei: Von dem gesamten privaten Geldvermögen in Höhe von 6,1 Billionen Euro sei der Anteil der in Bargeld und Sichteinlagen dauerhaft zwischengeparkten Gelder inzwischen auf ein Viertel angestiegen. Für mehr als 1,5 Billionen Euro erhielten die Anleger also keine oder fast keine Zinsen! Ich führe diesen am Ende unprofessionellen Umgang mit Geld nicht zuletzt auf die in Deutschland verbreitet fehlende Finanzbildung zurück (s. meine Beiträge vom 12. September 2017 und 30. Oktober 2017). Dass die Deutschen ein Fünftel (19 Prozent) ihrer jährlichen Sparleistung durch schlecht verzinste Geldeinlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher verlieren (Quelle: comdirect Bank), kümmert sie offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Die Niedrigzinsen ändern das Anlegerverhalten kaum, wie die F.A.Z. am 2. Dezember 2017 zu berichten weiß.

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„German Angst” oder: Von der Ängstlichkeit der Deutschen bei der Geldanlage

Die F.A.Z. behandelte in ihrer Ausgabe vom 28. Oktober 2017 „Die seltsame Ängstlichkeit der Deutschen” (nicht nur) bei der Geldanlage. Da die Deutschen ihr Geld überwiegend in Bargeld und Einlagen sowie in Lebens- und Rentenversicherungen bunkern, entgehen ihnen jährlich 30 Milliarden Euro, weiß die F.A.Z. zu berichten. Die folgende Abbildung zeigt, wo das Problem liegt.

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Appell an die Politik: Finanzbildung gehört in die Schulen

Im Zusammenhang mit der verbreiteten Scheu der Deutschen vor einer Geldanlage in Aktien hatte ich kürzlich auf die Ergebnisse einer Studie der ING-Diba zur Finanzbildung aus dem Jahr 2013 hingewiesen.  Vor vier Jahren gaben in Deutschland europaweit mit 53 Prozent die meisten Menschen zu, keine Finanzbildung zu haben. Jetzt hat ING-Diba die Studie wiederholt. Geändert hat sich nichts Gravierendes – sieht man einmal von dem Umstand ab, dass Deutschland die rote Laterne in Europa an Großbritannien abgegeben hat. Mit 51 Prozent gibt aber weiterhin etwas mehr als die Hälfte der Deutschen ab 18 an, keine Finanzbildung erhalten zu haben.

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Gemanagte Fonds halten nicht, was sie versprechen

Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurfte, dass Anleger in der Regel gut beraten sind, wenn sie die Finger von gemanagten Investmentfonds lassen, dann hat ihn die F.A.Z. in der Ausgabe vom 21. Oktober geliefert. In der „Vermögensfrage” beschreibt Volker Wolff die Verhaltensregeln, die Anleger bei der Geldanlage in Aktien beachten sollten. Dabei geht es unter anderem auch um die Frage „gemanagte Fonds oder ETFs”. Es komme nur in Ausnahmefällen vor, dass gemanagte Fonds „doch ihr Geld wert sind und – wie es die Banken und ihre Verkäufer so gerne wissen lassen – ihren Index schlagen”, stellt Wolff fest. Ein Höhenflug gemanagter Fonds sei meist schnell zu Ende. Und wer lange halte, fahre mit einem ETF fast immer besser.

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Vermögensaufbau: Deutsche verlieren durch niedrigverzinste Geldanlagen jeden fünften Euro – Aktien alternativlos

Die Deutschen verlieren ein Fünftel (19 Prozent) ihrer jährlichen Sparleistung durch schlecht verzinste Geldeinlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Wertverlust mit 22 Prozent sogar noch höher. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Realzins-Radar” der Bank Comdirect.

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Handelsblatt-Leseraktion „Aufbruch jetzt!”: Plädoyer für die Deutschlandrente

„Digitalisierung, Bildung, Umweltschutz – wichtige Themen kommen in diesem Wahlkampf zu kurz. Deshalb möchten wir von unseren Leserinnen und Lesern wissen, wie ihr Zukunftsprogramm aussieht. Schicken Sie uns Ihre Ideen.” Mit dieser Aufforderung wandte sich Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, am 5. September unter dem Motto „Aufbruch jetzt!” an die Leser der Wirtschaftszeitung. Sie sollten ihr persönliches Zukunftsprogramm aufschreiben oder es als Videobotschaft schicken.

Dieser Bitte bin ich gerne gefolgt und habe in einem Video einen mir wichtigen Aspekt zu der Frage festgehalten, was getan werden muss, um Staat und Wirtschaft zu modernisieren: die Erneuerung der privaten Altersvorsorge durch die Einführung eines staatlichen Pensionsfonds, der Deutschlandrente.

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Drei Fragen an … Karl Matthäus Schmidt // Folge 2: Aktienkultur und finanzielle Bildung

Geht es um Geldanlage ist Tagesgeld der Deutschen liebstes Kind. Während das Volumen auf den Tagesgeldkonten immer weiter ansteigt, erzielen die Anleger mit ihrem Investment seit Jahren keine Rendite. Auf vielen Tagesgeldkonten gibt es negative Realzinsen (Zins minus Inflation). Ist das nicht absurd?

Das ist es! Die Bank Comdirect hat dies kürzlich das „deutsche Sparparadoxon” genannt (s. Abb. links). Im Schnitt hortet jeder Deutsche aktuell 14.900 Euro auf Tagesgeldkonten. Gleichzeitig liegt die Tagesgeld-Rendite seit 2008 pro Jahr im Schnitt bei minus 0,61 Prozent. Die Inflationsrate lag in Deutschland in diesem Jahr zwischen 1,5 Prozent im Mai und 2,2 Prozent im Februar, zuletzt betrug sie 1,7 Prozent im Juli. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Verzinsung bei 0,15 Prozent. Ergebnis: Es wird Vermögen vernichtet.

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